Icefield Parkway

Icefield Parkway- ein befahrbarer Traum

Heute stand ein Highlight auf dem Plan: der Icefield Parkway. Aus diesem Grund sind wir extrem früh aufgestanden und waren bereits um 7:05 Uhr beim Frühstück. Und es hat sich gelohnt: der Dalai Lama war da. Später stellte sich raus, dass es sich lediglich um eine nepalesische Reisegruppe handelte. Mir gefiel aber der Gedanke.

Der Icefield Parkway ist im Grunde genommen eine Autobahn durch einen Wald. Bei schönen Wetter mit grandiosen Ausblicken – bei schlechtem Wetter wie eine Fahrt durch die Lüneburger Heide im Herbst. Und wir hatten zu Beginn etwas wenig schönes Wetter. Trotzdem waren die Aussichtspunkte sehr sehenswert. Nach der Hälfte der Strecke klarte es auf und jetzt wurde es grandios. 

Der Icefield Parkway verbindet den Banff NP und den Jasper NP und ist rund 230 km lang. Er führt durch die atemberaubende Natur der Rocky Mountains. Entlang der Strecke gibt es uralte Gletscher, Wasserfälle, großartige Bergpanoramen und weite Täler mit türkisfarbenen Seen. Man sollte unbedingt genug Zeit einplanen, um alle möglichst viele Highlights mitzunehmen und auch immer wieder für spektakuläre Fotos oder kurze Wanderungen anzuhalten. Der Parkway ist Teil des Nationalparks und man muss Eintritt zahlen (9,80 CAD für einen Tagespass) bzw. einen Annual Pass haben. Dieser kostet pro Jahr 67,70 CAD und lohnt sich in Kanada auf jeden Fall.

Herbert Lake

Herbert Lake

Unser erster Stopp war der Herbert Lake. Dieser hübsche kleine Bergsee begeisterte uns durch tolle Spiegelungen im Wasser und absolute Ruhe. Auf unserem Weg warteten noch etliche andere Seen auf uns, doch der erste blieb uns besonders in Erinnerung.

 

Bow Lake

Bow Lake

Dieser Stop ist ein Muss: unbedingt anhalten und einen kleinen Spaziergang machen. Obwohl wir vor zwei Tagen noch 25 Grad und Sonnenschein hatten, war der See noch teileweise zugefroren, was der Schönheit aber keinen Abbruch tat. Den Peyto Lake (eines der Highlights auf dem Icefield Parkway) erreichen wir aufgrund des vielen Schnees leider nicht. 

Peyto Lake

Columbia Icefield

Columbia Icefield

Man sollte unbedingt einen Stopp am Columbia Icefield einplanen. Man kann dort entweder zum Rand (!) des Gletschers laufen oder mit einem Spezialfahrzeug (sog. Snow Coaches) direkt auf den Gletscher fahren. Selbstständig drauf rumrennen ist nicht empfehlenswert: Es gibt versteckte Risse und tiefe Spalten. 

An dieser Stelle kann man deutlich die Folgen der Erderwärmung sehen. Der Athabasca Gletscher hat in den letzten 125 Jahren fast die Hälfte seines Volumens verloren und man kann an Schildern an der Zufahrtsstraße sehen, wo der Gletscher in den letzten Jahren noch stand.

Wasserfälle

Die zahlreichen Wasserfälle (.z.B. Athabasca Falls, Sunwapta Falls und Tangle Creek Falls) und Aussichtspunkte (z.B. Goats and Glacier Viewpoint) sind wirklich spektakulär. Man sollte seine Kamera immer griffbereit haben. 

Große und kleine Schwarzbären

Schwarzbär

Am Ende des Tages entschieden wir uns spontan über die 93A (die Parallelstraße der 93) nach Jasper zu fahren, da wir hofften, dort vielleicht einen Bären zu sehen. Die Straße war kaum befahren uns schlängelte sich durch eine wunderschöne Landschaft. Dann tauchte am rechten Straßenrand ein kleiner schwarzer Fleck auf und wir hofften, dass es jetzt soweit ist. Und in der Tat: als wir näher kamen erkannten wir einen Schwarzbären…und dann ein Junges…und dann noch ein zweites Junges (die heißen hier übrigens Cubs). Wir waren so aufgeregt und schlagartig hellwach. Hier waren nur die Bären, wir und sonst niemand weit und breit. Wir hielten in gebührendem Abstand und genossen die Situation und machen richtig schöne Fotos.

Als wir dann weiter fuhren ging es Schlag auf Schlag. Ein weiterer Bär lief hinter unserem Auto über die Straße. Wir sahen ihn zwar nur im Rückspiegel, aber es war trotzdem toll. Und dann standen plötzlich viele Autos am Straßenrand, ohne ersichtlichen Grund (das ist übrigens ein Indiz für jegliche Art von Tiersichtungen). Und tatsächlich hockte hier ein Schwarzbär ganz oben in einem Baum. Schwarzbären sind gute Kletterer und auf einen Baum zu fliehen hilft dann im Notfall leider gar nicht. Anders ist es bei Grizzlys, die können gar nicht klettern. 😉

(Anm. von Jens: Hier wäre es natürlich hilfreich, wenn man den Unterschied zwischen Grizzly- und Schwarzbär kennt, damit man später auf einem Baum nicht eine unangenehme Überraschung erlebt.)

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